Der erste Schritt bei der Curly Girl Methode besteht darin, zu verstehen, was dein Haar wirklich braucht.
Wie gut Produkte für die CG-Methode bei dir funktionieren, hängt unter anderem von deinem Lockenmuster, deiner Haardichte, Porosität und Elastizität ab. Wenn du diese Eigenschaften kennst, kannst du Produkte und Stylingtechniken gezielter auswählen und deine natürliche Lockenstruktur besser unterstützen.
Lockiges Haar wird häufig in welliges, lockiges und stark gelocktes beziehungsweise Coily-Haar eingeteilt. Viele Menschen haben jedoch mehrere Lockenmuster gleichzeitig. Zwei Personen können beispielsweise ein ähnliches Lockenmuster haben und trotzdem unterschiedliche Pflege benötigen, weil sich Haardichte, Porosität oder Haarstärke unterscheiden.
Deshalb lohnt es sich, dein Haar genauer kennenzulernen, bevor du deine CG-Routine zusammenstellst.
Im Folgenden erfährst du, welche Eigenschaften bei lockigem Haar besonders wichtig sind und wie du sie einschätzen kannst, um passende Produkte auszuwählen.
Wichtige Haareigenschaften für Produkte der CG-Methode
Bei der Pflege von Locken spielen sowohl Feuchtigkeit als auch Proteine eine Rolle. Wie viel dein Haar davon benötigt, ist individuell. Wenn die Pflege nicht zu deinem Haar passt, können sich deine Locken beispielsweise trocken, kraftlos, frizzig oder schwer stylbar anfühlen.
Um dein Haar richtig zu pflegen, solltest du deshalb regelmäßig beobachten, was es aktuell benötigt. Auch äußere Faktoren wie Klima, Luftfeuchtigkeit, Styling, Hitze, chemische Behandlungen oder Sonneneinstrahlung können beeinflussen, wie sich dein Haar verhält.
Die fünf wichtigsten Eigenschaften von lockigem Haar sind:
- Haardichte – wie viele Haare auf deiner Kopfhaut wachsen
- Lockentyp – die natürliche Form deiner Wellen, Locken oder Coils
- Volumen – wie voll dein Haar insgesamt wirkt
- Porosität – wie leicht dein Haar Wasser und Pflege aufnimmt und wieder verliert
- Elastizität – wie gut sich dein Haar dehnen kann und anschließend wieder zurückzieht
1. Bestimme deinen Lockentyp
Der Lockentyp beschreibt das natürliche Muster deiner Haare. Üblicherweise werden mehrere Kategorien unterschieden, wobei viele Menschen eine Mischung verschiedener Lockentypen haben.
Lockentypen:
Typ 2 – Welliges Haar
2A: Leichte Wellen mit einem sanften S-Muster.
2B: Deutlichere Wellen mit einer ausgeprägteren S-Struktur.
2C: Kräftige Wellen, die teilweise bereits lockig wirken und häufig stärker zu Frizz neigen.
Typ 3 – Lockiges Haar
3A: Große, lockere Spiralen mit deutlich sichtbarer Lockenform.
3B: Engere, federnde Locken mit mehr Volumen.
3C: Kleine, kompakte und stark federnde Locken.
Typ 4 – Coily/Kinky Hair
4A: Kleine, deutlich erkennbare Coils mit stärkerer Schrumpfung.
4B: Enges Lockenmuster, das häufig eine Z- oder Zickzack-Struktur zeigt.
4C: Sehr enges Coily-Muster mit starker Schrumpfung und einer weniger deutlich sichtbaren Lockenform.
Dein Lockentyp kann dir Hinweise darauf geben, welche Stylingtechniken funktionieren könnten. Er sollte jedoch nicht allein darüber entscheiden, welche Produkte du verwendest. Porosität, Haardichte und Haarstärke sind ebenfalls wichtig.
2. Bestimme deine Haardichte
Die Haardichte beschreibt, wie viele einzelne Haare auf deiner Kopfhaut wachsen. Sie ist nicht dasselbe wie die Dicke eines einzelnen Haars.
Eine einfache Einschätzung:
- Niedrige Haardichte: Die Kopfhaut ist zwischen den Haaren relativ leicht sichtbar.
- Mittlere Haardichte: Die Kopfhaut ist teilweise sichtbar.
- Hohe Haardichte: Die Kopfhaut ist ohne Scheiteln kaum sichtbar.
Die Haardichte beeinflusst unter anderem, wie viel Produkt du benötigst und wie du dein Haar beim Styling aufteilen kannst.
Bei niedriger Haardichte können zu reichhaltige oder zu große Produktmengen das Haar schneller beschweren. Bei hoher Haardichte kann es dagegen hilfreich sein, in mehreren Sektionen zu arbeiten, damit Produkte gleichmäßig verteilt werden.
3. Bestimme dein Haarvolumen
Das Volumen beschreibt, wie voll und ausladend dein Haar insgesamt wirkt.
- Wenig Volumen: Das Haar liegt eher nah an der Kopfhaut und wirkt flacher.
- Mittleres Volumen: Das Haar zeigt eine natürliche Balance aus Bewegung und Fülle.
- Viel Volumen: Das Haar wirkt auch ohne aufwendiges Styling voll und breit.
Wenn du dein natürliches Volumen kennst, kannst du deine Stylingroutine besser an dein gewünschtes Ergebnis anpassen – beispielsweise mehr Ansatzvolumen oder stärkere Bündelung und Definition.
4. Bestimme die Haarporosität
Die Porosität beschreibt vereinfacht gesagt, wie leicht Wasser in die Haarfaser gelangt und wie schnell es wieder verloren geht. Dabei spielt unter anderem der Zustand der äußeren Schuppenschicht des Haars eine Rolle.
Die Porosität ist für eine Lockenroutine relevant, weil sie beeinflussen kann, wie dein Haar auf Pflege- und Stylingprodukte reagiert.
Sie kann sowohl durch natürliche Eigenschaften des Haars als auch durch äußere Einflüsse beeinflusst werden, darunter:
- regelmäßiges Hitzestyling
- Blondieren oder Färben
- chemische Behandlungen
- UV-Strahlung und andere Umwelteinflüsse
- mechanische oder chemische Belastung
A. Niedrige Porosität
Bei Haar mit niedriger Porosität ist die äußere Schuppenschicht vergleichsweise kompakt. Wasser und Pflegeprodukte können deshalb langsamer aufgenommen werden.
Mögliche Merkmale:
- Produkte scheinen länger auf dem Haar zu liegen
- Reichhaltige Produkte beschweren das Haar schnell
- Leave-ins ziehen teilweise langsamer ein
- Das Haar benötigt relativ lange, bis es vollständig nass ist
- Produktablagerungen können schneller auffallen
Geeignete Produktarten können sein:
- Leichte Leave-in-Conditioner
- leichte, wasserbasierte Pflegeprodukte
- leichte Gele und Mousses
- Conditioner in Kombination mit sanfter Wärme, wenn dein Haar dies gut verträgt
- gelegentlich ein Clarifying Shampoo, wenn sich Produktreste angesammelt haben
B. Mittlere Porosität
Bei mittlerer Porosität nimmt das Haar Wasser meist relativ unkompliziert auf und verliert es nicht außergewöhnlich schnell.
Mögliche Merkmale:
- Pflegeprodukte lassen sich gut verteilen
- das Haar reagiert relativ vorhersehbar auf verschiedene Stylingprodukte
- Feuchtigkeitspflege lässt sich gut anpassen
- weniger ausgeprägte Probleme mit sehr langsamer oder sehr schneller Wasseraufnahme
Geeignete Produkte:
Viele unterschiedliche CG-Produkte können funktionieren. Entscheidend sind hier häufig eher Haarstärke, Haardichte, gewünschter Halt und Stylingziel.
C. Hohe Porosität
Bei hoher Porosität kann die äußere Schuppenschicht stärker geöffnet oder geschädigt sein. Das Haar kann dadurch Wasser relativ schnell aufnehmen, aber auch schneller wieder verlieren.
Eine höhere Porosität kann unter anderem mit folgenden Faktoren zusammenhängen:
- Blondieren oder Färben
- häufigem Hitzestyling
- chemischen Behandlungen
- mechanischer Belastung
- UV-Strahlung und anderen Umwelteinflüssen
Mögliche Merkmale:
- Das Haar wird schnell nass und kann relativ schnell trocknen
- eine rauere Haaroberfläche
- stärkere Neigung zu Verknotungen
- Frizz
- erhöhte Empfindlichkeit gegenüber mechanischer Belastung
Geeignete Produktarten können sein:
- reichhaltigere Lockencremes
- proteinbasierte Pflegeprodukte, wenn dein Haar Protein gut verträgt
- intensivere Haarmasken
- Gele mit stärkerem Halt
- Stylingroutinen, die Feuchtigkeit und Halt miteinander kombinieren
Wie kannst du deine Haarporosität einschätzen?
1. Float Test
Beim bekannten Float Test wird ein sauberes Haar in ein Glas Wasser gelegt und einige Minuten beobachtet.
Oft wird die Auswertung folgendermaßen beschrieben:
- Haar bleibt oben: niedrige Porosität
- Haar sinkt langsam: mittlere Porosität
- Haar sinkt schnell: hohe Porosität
Wichtig: Der Float Test ist nur eine grobe Orientierung und kein zuverlässiger wissenschaftlicher Porositätstest. Rückstände auf dem Haar, Oberflächenspannung des Wassers und die Beschaffenheit des einzelnen Haars können das Ergebnis beeinflussen.
Beobachte deshalb zusätzlich, wie dein Haar beim Waschen, Trocknen und bei der Anwendung verschiedener Produkte reagiert.
2. Beobachte das Nasswerden und Trocknen
Achte darauf, wie schnell dein Haar vollständig nass wird und wie es anschließend ohne zusätzliche Hitze trocknet.
Als grobe Orientierung:
- Niedrige Porosität: Das Haar benötigt häufig länger, um vollständig nass zu werden und kann langsamer trocknen.
- Mittlere Porosität: Wasseraufnahme und Trocknungszeit liegen meist dazwischen.
- Hohe Porosität: Das Haar kann Wasser schnell aufnehmen und teilweise auch schneller wieder trocknen.
Die tatsächliche Trocknungszeit wird jedoch auch von Haarlänge, Haardichte, Luftfeuchtigkeit und verwendeten Produkten beeinflusst.
Warum ist Porosität wichtig?
Sie kann dir helfen zu verstehen, warum manche Produkte auf deinem Haar schnell einziehen, während andere aufliegen oder dein Haar beschweren.
5. Bestimme die Elastizität deiner Haare
Die Elastizität beschreibt, wie weit sich ein Haar dehnen kann und wie gut es anschließend in seine ursprüngliche Form zurückkehrt.
Einfacher Test: Nimm vorsichtig ein einzelnes nasses Haar und dehne es leicht, ohne stark daran zu ziehen.
- Gute Elastizität: Das Haar lässt sich etwas dehnen und zieht sich anschließend wieder zusammen.
- Geringe Elastizität: Das Haar lässt sich kaum dehnen und bricht relativ schnell.
- Sehr starke Dehnung ohne gute Rückkehr: Das Haar dehnt sich stark, kehrt aber nur begrenzt in seine ursprüngliche Form zurück.
Behandle einzelne Testergebnisse nur als Orientierung. Der Zustand kann sich zwischen verschiedenen Haarpartien unterscheiden.
Was solltest du insgesamt berücksichtigen?
Deine Haareigenschaften wirken zusammen. Für eine passende CG-Routine solltest du deshalb mehrere Faktoren berücksichtigen:
- Lockentyp
- Haardichte
- Volumen
- Porosität
- Elastizität
- Haarstärke und Haarstruktur
Kombinationen von Haareigenschaften & Tipps für die CG-Methode
1. Niedrige Dichte + niedrige Porosität + feines Haar (2A–2C)
Typische Eigenschaften: Leichtes Haar, das schnell an Volumen verlieren kann und von reichhaltigen Produkten leicht beschwert wird.
Tipps: Verwende leichte Produkte, wenige Produktschichten und kleine Mengen.
Ziel: Leichte Definition und natürliches Volumen.
2. Niedrige Dichte + mittlere Porosität + feines Haar (2A–3A)
Typische Eigenschaften: Relativ ausgeglichenes Haar mit weniger natürlicher Fülle.
Tipps: Verwende leichte Conditioner und Stylingprodukte und konzentriere dich auf kontrolliertes Styling.
Ziel: Definierte Wellen oder Locken mit natürlichem Volumen.
3. Niedrige Dichte + hohe Porosität + feines Haar (2B–3B)
Typische Eigenschaften: Das Haar kann Wasser und Pflege schnell aufnehmen, verliert Feuchtigkeit aber möglicherweise auch schneller.
Tipps: Kombiniere leichte Feuchtigkeitspflege mit einem Stylingprodukt, das ausreichend Halt bietet. Vermeide zu viele schwere Produktschichten.
Ziel: Geschmeidige, definierte Locken, ohne feines Haar unnötig zu beschweren.
4. Mittlere Dichte + niedrige Porosität + feines Haar (2B–3B)
Typische Eigenschaften: Produkte können langsamer aufgenommen werden und Ablagerungen fallen möglicherweise schneller auf.
Tipps: Verwende kleine Produktmengen, leichte Stylingprodukte und kläre das Haar bei Bedarf gründlicher.
Ziel: Leichte, definierte Wellen und Locken.
5. Mittlere Dichte + mittlere Porosität + feines Haar (2C–3B)
Typische Eigenschaften: Das Haar reagiert häufig unkompliziert auf verschiedene Pflegeroutinen.
Tipps: Achte auf eine ausgewogene Kombination aus Pflege und Styling, ohne das Haar zu überladen.
Ziel: Gleichmäßige, definierte Locken mit natürlicher Bewegung.
6. Mittlere Dichte + hohe Porosität + feines Haar (3A–3C)
Typische Eigenschaften: Das Haar kann Feuchtigkeit schneller verlieren und empfindlicher auf Belastungen reagieren.
Tipps: Verwende ausreichend Feuchtigkeitspflege und teste proteinbasierte Produkte nach Bedarf.
Ziel: Definition und Halt, ohne die Locken zu beschweren.
7. Hohe Dichte + niedrige Porosität + kräftigeres Haar (3A–4A)
Typische Eigenschaften: Viel Haar, bei dem Produkte möglicherweise langsamer aufgenommen werden.
Tipps: Teile das Haar beim Auftragen in Sektionen auf. Kleine Mengen pro Sektion helfen bei einer gleichmäßigen Verteilung.
Ziel: Gleichmäßige Pflege und gut gebündelte Locken.
8. Hohe Dichte + mittlere Porosität + kräftigeres Haar (3B–4A)
Typische Eigenschaften: Volles Haar, das auf viele Routinen relativ ausgeglichen reagieren kann.
Tipps: Arbeite in Sektionen und passe die Produktmenge an deine Haardichte an.
Ziel: Definierte Locken mit natürlicher Fülle.
9. Hohe Dichte + hohe Porosität + kräftigeres Haar (3B–4C)
Typische Eigenschaften: Viel Haar, das Feuchtigkeit möglicherweise schnell aufnimmt und wieder verliert. Auch stärkere Schrumpfung kann auftreten.
Tipps: Verwende eine passende Feuchtigkeitspflege, arbeite in Sektionen und ergänze je nach Haarbedarf Protein und Stylingprodukte mit ausreichend Halt.
Ziel: Geschmeidige, federnde und definierte Locken.
10. Gemischte Porosität / mehrere Lockentypen
Typische Eigenschaften: Verschiedene Bereiche deines Haars reagieren unterschiedlich auf Pflege und Styling.
Tipps: Beobachte die einzelnen Haarpartien und passe Produktmenge oder Stylingtechnik bei Bedarf zonenweise an.
Ziel: Eine möglichst ausgewogene Routine für das gesamte Haar.
CG Method Starter Kits
Wenn du gerade erst mit der Curly Girl Methode beginnst, solltest du deine Routine zunächst einfach halten.
Eine grundlegende Starter-Routine kann beispielsweise enthalten:
- Ein mildes Shampoo
- Einen passenden Conditioner
- Ein Leave-in, falls dein Haar zusätzliche Pflege benötigt
- Ein Gel, eine Mousse oder eine Lockencreme für Definition und Halt
Beginne mit wenigen Produkten und beobachte zunächst, wie deine Locken darauf reagieren. Anschließend kannst du deine Routine Schritt für Schritt anpassen.
Wichtig zu wissen über Haarporosität und Haardichte
Wenn du verstehst, wie dein Haar Wasser und Pflegeprodukte aufnimmt, wie dicht es ist und wie es auf verschiedene Stylingprodukte reagiert, wird die Auswahl deiner CG-Routine deutlich einfacher.
Statt Produkte nur anhand deines Lockentyps auszuwählen, solltest du mehrere Eigenschaften berücksichtigen:
- deinen Lockentyp
- deine Haardichte
- dein natürliches Volumen
- deine Porosität
- deine Elastizität
- deine Haarstärke
Beobachte außerdem, wie sich deine Locken im Laufe der Zeit verändern. Jahreszeit, Luftfeuchtigkeit, Wasserqualität, chemische Behandlungen und Stylinggewohnheiten können beeinflussen, welche Pflege gerade am besten zu deinem Haar passt.
Wenn du noch nicht sicher bist, welche Produkte zu deinen Locken passen, kann eine einfache, anfängerfreundliche CG-Routine ein guter Ausgangspunkt sein. Beginne mit wenigen Produkten, beobachte die Reaktion deiner Haare und passe deine Routine anschließend gezielt an.

