Was ist die Curly Girl Methode? Die Curly Girl Methode (CGM) ist eine von der Hairstylistin Lorraine Massey entwickelte Haarpflegemethode, die darauf abzielt, natürliche Locken und Wellen gesund zu pflegen und ihre Definition zu unterstützen.
Die Methode konzentriert sich auf eine sanfte Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit und das Vermeiden bestimmter Inhaltsstoffe, die das Haar austrocknen oder beschweren können. Deshalb werden häufig sulfatfreie Shampoos, Co-Washes und pflegende Conditioner anstelle stark reinigender Haarprodukte verwendet.
Bei der CG-Methode werden aggressive Inhaltsstoffe durch mildere und pflegendere Alternativen ersetzt. Ziel ist es, Locken geschmeidig, elastisch und möglichst frizzfrei zu halten.
Warum sind Inhaltsstoffe für lockiges Haar wichtig?
Lockiges und welliges Haar neigt häufig stärker zu Trockenheit als glattes Haar. Die natürlichen Öle der Kopfhaut können sich aufgrund der Wellen und Locken weniger leicht über die gesamte Haarlänge verteilen.
Darüber hinaus kann die Struktur von Locken zu mehr Reibung führen, wodurch Feuchtigkeit schneller verloren gehen und Frizz entstehen kann. Lockiges Haar kann außerdem anfälliger für Haarbruch sein, da sich die Haarfaser an mehreren Stellen biegt.
Deshalb ist es wichtig, Produkte mit Inhaltsstoffen auszuwählen, die dabei helfen, Feuchtigkeit zu bewahren, das Haar zu pflegen und Frizz zu reduzieren.
CG-freundliche Produkte enthalten häufig feuchtigkeitsspendende, pflegende und stärkende Inhaltsstoffe, die zu gepflegten und definierten Locken beitragen können.
Inhaltsstoffe, die gut für lockiges Haar geeignet sind
Inhaltsstoffe wie Aloe Vera und Sheabutter können dabei helfen, das Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen, es geschmeidiger zu machen und vor dem Austrocknen zu schützen. Geeignete Inhaltsstoffe für lockiges Haar unterstützen die Feuchtigkeitsbalance, Elastizität und Definition.
Aloe Vera
Aloe Vera ist ein beliebter Inhaltsstoff innerhalb der CG-Methode. Als feuchtigkeitsbindender Inhaltsstoff kann Aloe Vera dazu beitragen, Feuchtigkeit im Haar zu bewahren, ohne es unnötig zu beschweren.
Außerdem wird Aloe Vera häufig in Produkten für die Kopfhaut und in feuchtigkeitsspendenden Haarpflegeprodukten eingesetzt.
Sheabutter
Sheabutter ist ein reichhaltiger pflegender Inhaltsstoff, der besonders für trockenes und kräftigeres Haar geeignet sein kann.
Sie hilft dabei, das Haar geschmeidiger zu machen, Frizz zu reduzieren und Feuchtigkeitsverlust zu begrenzen. Außerdem kann sie trockenen Locken natürlichen Glanz verleihen.
Kokosöl
Kokosöl kann in die Haarfaser eindringen und wird deshalb häufig in Haarpflegeprodukten und Pre-Wash-Behandlungen eingesetzt.
Je nach Haartyp kann es dabei helfen, das Haar geschmeidiger zu machen und Haarbruch durch mechanische Belastung zu reduzieren. Allerdings reagiert nicht jedes Haar gleich gut auf Kokosöl, weshalb die verwendete Menge an den eigenen Haartyp angepasst werden sollte.
Arganöl
Arganöl enthält unter anderem Fettsäuren und Vitamin E.
Es kann dabei helfen, das Haar geschmeidiger wirken zu lassen, Frizz zu reduzieren und den Locken zusätzlichen Glanz zu verleihen. Besonders in Leave-ins, Seren und Stylingprodukten wird Arganöl häufig eingesetzt.
Glycerin
Glycerin ist ein Feuchthaltemittel, auch Humectant genannt. Es kann Wasser anziehen und dabei helfen, Feuchtigkeit im Haar zu bewahren.
Dadurch können sich Locken weicher und geschmeidiger anfühlen. Wie gut glycerinhaltige Produkte funktionieren, kann jedoch auch von der Luftfeuchtigkeit und der restlichen Produktformulierung abhängen.
Leinsamen
Leinsamen werden häufig in natürlichen Stylinggelen für Locken verwendet.
Leinsamengel kann dem Haar leichten bis mittleren Halt geben und dabei helfen, Locken zu bündeln und ihre Definition zu unterstützen.
Marshmallow Root (Eibischwurzel)
Marshmallow Root beziehungsweise Eibischwurzel ist besonders für den sogenannten „Slip“ bekannt.
Dieser kann das Entwirren erleichtern und dazu beitragen, die mechanische Belastung beim Kämmen zu reduzieren. Deshalb findet man Eibischwurzel häufig in Conditionern, Leave-ins und Detangling-Produkten.
Jojobaöl
Jojobaöl ähnelt in seiner Zusammensetzung dem natürlichen Talg der Haut.
Es wird häufig eingesetzt, um Haar geschmeidiger zu machen und Glanz zu verleihen, ohne bei passender Dosierung ein sehr schweres Haargefühl zu hinterlassen.
Panthenol (Provitamin B5)
Panthenol ist ein häufig verwendeter feuchtigkeitsbindender Inhaltsstoff.
Es kann dazu beitragen, dass sich das Haar weicher und geschmeidiger anfühlt und wird deshalb häufig in Conditionern, Leave-ins und Stylingprodukten verwendet.
Hydrolysierte Proteine
Hydrolysierte Proteine werden häufig in Haarpflegeprodukten für geschädigtes oder beanspruchtes Haar eingesetzt.
Je nach Haarbedarf können sie die Haarstruktur unterstützen und dabei helfen, das Haar widerstandsfähiger erscheinen zu lassen. Wie häufig proteinreiche Produkte verwendet werden sollten, hängt jedoch vom individuellen Haar ab.
Inhaltsstoffe, die bei der CG-Methode häufig vermieden werden
Die klassische CG-Methode schließt bestimmte Inhaltsstoffe aus oder empfiehlt, deren Verwendung einzuschränken. Dazu gehören insbesondere Inhaltsstoffe, die stark reinigen, sich auf dem Haar ansammeln können oder für manche Lockentypen zu schwer sind.
Sulfate
Sulfate sind Tenside, die in vielen traditionellen Shampoos eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Sodium Lauryl Sulfate (SLS) und Sodium Laureth Sulfate (SLES).
Stark reinigende Sulfate können neben Schmutz und Produktrückständen auch einen größeren Anteil des natürlichen Talgs entfernen. Bei Haar, das ohnehin zu Trockenheit neigt, kann sich dies als zu intensiv erweisen.
Innerhalb der klassischen CG-Methode werden starke Sulfate deshalb meist vermieden oder nur gezielt, beispielsweise bei einer gründlichen Reset-Reinigung, eingesetzt.
Nicht wasserlösliche Silikone
Silikone werden in Haarpflegeprodukten eingesetzt, um das Haar glatter, geschmeidiger und glänzender erscheinen zu lassen.
Bestimmte nicht wasserlösliche Silikone können sich bei sehr milden Reinigungsroutinen mit der Zeit auf dem Haar ansammeln. Deshalb werden sie innerhalb der klassischen CG-Methode häufig vermieden.
Allerdings sind nicht alle Silikone gleich. Wasserlösliche oder leichter entfernbare Silikone können sich anders verhalten als schwer entfernbare Varianten. Deshalb sollte die gesamte Formulierung und Reinigungsroutine berücksichtigt werden.
Kurzkettige Alkohole
Bestimmte kurzkettige Alkohole werden unter anderem eingesetzt, damit Stylingprodukte schneller trocknen.
Dazu gehören beispielsweise Ethanol, Alcohol Denat. und Isopropyl Alcohol. In bestimmten Formulierungen und höheren Konzentrationen können sie für trockenes oder empfindliches Haar weniger geeignet sein.
Fettalkohole wie Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol oder Stearyl Alcohol sind dagegen etwas völlig anderes. Sie werden häufig als pflegende und geschmeidig machende Inhaltsstoffe in Conditionern verwendet.
Schwere Wachse
Wachse wie Bienenwachs oder bestimmte Paraffinwachse können einen starken Film auf dem Haar bilden.
Bei einer ausschließlich sehr milden Reinigungsroutine können manche Wachse schwerer zu entfernen sein und sich mit der Zeit ansammeln. Dadurch kann besonders feines oder welliges Haar schneller beschwert wirken.
Mineralöl / Petrolatum
Mineralöl und Petrolatum bilden einen wasserabweisenden Film auf der Haaroberfläche und können dadurch den Feuchtigkeitsverlust reduzieren.
Innerhalb der klassischen CG-Methode werden sie häufig vermieden, weil sie bei manchen Routinen schwerer auszuwaschen sind und feines Haar beschweren können.
Ob sie tatsächlich problematisch sind, hängt jedoch von der Produktformulierung, der verwendeten Menge und deiner Reinigungsroutine ab.
Duftstoffe und Farbstoffe
Duft- und Farbstoffe sind für die eigentliche Pflegewirkung eines Haarprodukts nicht erforderlich.
Menschen mit empfindlicher Kopfhaut können auf bestimmte Duftstoffe empfindlich reagieren. Wenn deine Kopfhaut schnell gereizt reagiert, können parfümfreie oder duftstoffarme Produkte eine geeignete Alternative sein.
Auch ätherische Öle sind nicht automatisch besser oder reizfreier als synthetische Duftstoffe. Entscheidend ist, wie deine Haut und Kopfhaut auf die jeweilige Formulierung reagieren.
Wie liest du die Etiketten von Lockenprodukten?
Die Zutatenliste beziehungsweise INCI-Liste kann dir dabei helfen, ein Produkt besser einzuschätzen. Inhaltsstoffe werden grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgeführt, wobei für Inhaltsstoffe unter bestimmten Konzentrationsgrenzen besondere Kennzeichnungsregeln gelten können.
Eine lange Zutatenliste bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Produkt schlechter ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Inhaltsstoffe enthalten sind, wie sie miteinander formuliert wurden und ob die gesamte Formulierung zu deinem Haar passt.
Botanische Inhaltsstoffe werden auf INCI-Listen häufig mit ihren wissenschaftlichen Pflanzennamen angegeben. So findest du Sheabutter beispielsweise als „Butyrospermum Parkii Butter“.
Worauf solltest du beim Lesen eines Etiketts achten?
Sulfate und Silikone: Achte darauf, welche Tenside und filmbildenden Inhaltsstoffe enthalten sind. Wenn du die klassische CG-Methode streng befolgst, solltest du insbesondere prüfen, ob stark reinigende Sulfate oder nicht wasserlösliche Silikone enthalten sind.
Nicht jeder Inhaltsstoff, dessen Name auf „-cone“, „-conol“ oder „-siloxane“ endet, verhält sich jedoch identisch. Deshalb ist es sinnvoll, die konkrete Verbindung und die gesamte Formulierung zu betrachten.
Alkohole und Duftstoffe: Unterscheide zwischen kurzkettigen Alkoholen wie Alcohol Denat., Ethanol oder Isopropyl Alcohol und pflegenden Fettalkoholen wie Cetyl Alcohol oder Cetearyl Alcohol.
Wenn du eine empfindliche Kopfhaut hast, lohnt es sich außerdem, auf Duftstoffe und mögliche Allergene zu achten.
Inhaltsstoffe der CG-Methode für verschiedene Lockentypen
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die allgemeinen Bedürfnisse verschiedener Lockentypen:
| Haartyp | Häufige Herausforderungen | Geeignete Inhaltsstoffe für die CG-Methode |
|---|---|---|
| Welliges Haar 2A–2B | Flacher Ansatz, Frizz, wenig Definition, Produktablagerungen | Aloe Vera, Leinsamen, Panthenol, Glycerin, Jojobaöl |
| Welliges bis lockiges Haar 2C–3A | Frizz, ungleichmäßiges Lockenmuster, trockene Spitzen | Aloe Vera, Arganöl, Marshmallow Root, Leinsamen, leichte Proteine |
| Lockiges Haar 3A–3B | Trockenheit, Verknotungen, Frizz, Verlust der Definition | Sheabutter, Arganöl, Glycerin, Panthenol, hydrolysierte Proteine |
| Lockiges bis Coily-Haar 3C–4A | Schrumpfung, Trockenheit, Haarbruch, Feuchtigkeitsverlust | Sheabutter, Kokosöl, Jojobaöl, Aloe Vera, Marshmallow Root |
| Coily-Haar 4B–4C | Starke Trockenheit, Verknotungen, Haarbruch, Feuchtigkeitsverlust | Sheabutter, Rizinusöl, Kokosöl, Aloe Vera, Glycerin, reichhaltige Pflanzenöle |
CurlyNest Tipp!
Beobachte deine Locken. Fühlen sie sich schwer oder klebrig an? Dann kann es helfen, weniger Öl oder reichhaltige Produkte zu verwenden. Fühlen sie sich dagegen trocken oder spröde an, kannst du deine Feuchtigkeitspflege anpassen und bei Bedarf proteinbasierte Produkte ausprobieren.
Hochporöses Haar kommt häufig mit reichhaltigeren Pflegeprodukten gut zurecht, während niedrigporöses oder feines Haar oft von leichteren, wasserbasierten Formulierungen profitiert.
Wähle deine Inhaltsstoffe deshalb nicht nur nach deinem Lockentyp, sondern auch nach Porosität, Haardichte, Haarstärke und dem aktuellen Zustand deiner Haare.
Fazit zu Inhaltsstoffen für die CG-Methode
Eine gute Lockenroutine beginnt damit, die Bedürfnisse deines eigenen Haars zu verstehen. Feuchtigkeitsspendende und pflegende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera, Panthenol, bestimmte Pflanzenöle, Butter und Humectants können je nach Haartyp eine sinnvolle Rolle spielen.
Innerhalb der klassischen Curly Girl Methode werden starke Sulfate, bestimmte nicht wasserlösliche Silikone, schwere Wachse und einige kurzkettige Alkohole häufig vermieden. Dabei solltest du jedoch immer die gesamte Formulierung und die Reaktion deines eigenen Haars berücksichtigen.
Führe neue Produkte am besten einzeln in deine Routine ein und beobachte, wie deine Locken darauf reagieren. So findest du heraus, welche Kombination dir bei deinem gewünschten Salon-Style-Look mit Definition, Pflege und passendem Halt am besten hilft.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Aloe Vera gut für lockiges Haar?
Aloe Vera wird häufig in feuchtigkeitsspendenden Lockenprodukten verwendet. Sie kann dazu beitragen, Feuchtigkeit zu binden und das Haar geschmeidiger wirken zu lassen, ohne es stark zu beschweren.
Sind Sulfate für die Curly Girl Methode geeignet?
In der klassischen Curly Girl Methode werden starke Sulfate meist vermieden, weil sie für trockenes Haar zu stark reinigend sein können. Viele CG-Routinen verwenden deshalb mildere Shampoos oder Co-Washes. Für eine gelegentliche gründliche Reinigung können stärkere Tenside je nach Routine dennoch sinnvoll sein.
Welche Alkohole sollte man eher vermeiden?
Kurzkettige Alkohole wie Alcohol Denat., Ethanol und Isopropyl Alcohol können in bestimmten Formulierungen für trockenes Haar weniger geeignet sein. Fettalkohole wie Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol und Stearyl Alcohol sind dagegen pflegende Inhaltsstoffe und werden häufig in Conditionern eingesetzt.
Welche Inhaltsstoffe eignen sich zur Feuchtigkeitspflege von Locken?
Häufig verwendete Inhaltsstoffe sind unter anderem Aloe Vera, Glycerin, Panthenol, Sheabutter, Arganöl und Jojobaöl. Welche davon am besten funktionieren, hängt von deinem Haartyp, deiner Porosität und der gesamten Produktformulierung ab.
Sind natürliche Öle gut für lockiges Haar?
Öle wie Arganöl, Jojobaöl oder Kokosöl können Teil einer Lockenroutine sein. Sie können das Haar geschmeidiger machen und den Feuchtigkeitsverlust reduzieren. Wie viel Öl sinnvoll ist, hängt jedoch von Haarstärke, Porosität und Haardichte ab.

